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Digitale Menschenkette macht Cottbus bunt

Klaudia Klajnszmit, Social-Media-Managerin bei Little John Bikes und Projektkoordinatorin der Aktion "I love Cottbus"
Klaudia Klajnszmit, Social-Media-Managerin bei Little John Bikes und Projektkoordinatorin der Aktion "I love Cottbus"

 

Heute jährt sich die Bombardierung der Stadt Cottbus / Chóśebuz im Zweiten Weltkrieg zum 76. Mal. In den vergangenen Jahren nahmen dies hunderte Cottbuser zum Anlass, um gemeinsam durch die Straßen zu ziehen, der Schrecken der damaligen Zeit zu gedenken und  sich auf ein friedliches Miteinander zu besinnen. Dieses Jahr jedoch nicht. Aufgrund der Corona-Pandemie und des andauernden Lock-Downs musste die Aktion in die digitale Welt verlagert werden - und das mit Erfolg!

 

 

Lothar Judith, 2. Vorsitzender des Fördervereins Cottbuser Aufbruch e. V., ließ uns im Interview einen Blick hinter die Kulissen der diesjährigen Aktion blicken:

 

Wer steckt hinter der jährlich stattfindenden Gedenkaktion?

 

"Der Vorstand des Fördervereins Cottbuser Aufbruch e.V. ist der Veranstalter. Organisatorische Unterstützung bekommen wir vom DGB in Cottbus. Mithelfer gibt es ganz viele … und ohne die geht es auch nicht, wenn man so etwas auf die Beine stellen will.

Trauerfeiern zum 15. Februar gibt es schon lange, bestimmt schon vor 2010. Seit 2010 hatte allerdings die NPD versucht, diesen Tag für sich zu instrumentalisieren und Demonstrationszüge durchgeführt."

 

Welchen Hintergrund hat die Aktion aus einem sozialen und historischen Blickwinkel?

 

"Alljährlich bietet der 15. Februar, der Jahrestag der Bombardierung von Cottbus/Chóśebuz im Zweiten Weltkrieg, Anlass zum Gedenken an die Schrecken von Krieg, Gewalt, Zerstörung, aber auch an die Ursachen davon. Die mörderische Ideologie des Nationalsozialismus, Größenwahn, Rassismus und Antisemitismus haben unermessliches Leid über die Menschen gebracht.

Deshalb ist dieser Tag auch Anlass zur Rückbesinnung auf die Menschenwürde und die Werte, auf denen unser friedliches und soziales Zusammenleben beruht und auf die Demokratie als unserem politischen Ordnungssystem."

 

Was ist dieses Jahr anders als in den Vorjahren? Wie gehen die Menschen damit um?

 

"Das Gedenken sieht in diesem Jahr anders aus. Durch die Pandemie können wir uns nicht real wie in vergangenen Jahren zu einem Sternmarsch unter dem Motto „Cottbus ist bunt!“ auf den Straßen von Cottbus treffen. Deshalb haben wir in diesem Jahr eine „Digitale Menschenkette“ organisiert. Wir haben die Bevölkerung aufgefordert, uns Fotos mit unseren Plakaten zuzuschicken.

 

Das Ergebnis kann man seit Sonntag, 12:00 Uhr hier besichtigen:

www.cottbuser-aufbruch.de/cottbus-bekennt-farbe/cottbus-ist-digital-bunt

 

Cottbus ist auch digital bunt!"

 

Wie bewerten Sie das digitale Engagement der Cottbuser in diesem außergewöhnlichen Jahr?

 

"Ich habe mich riesig gefreut, dass so viele mitmachen … und es kommen immer noch Fotos rein (Stand 11.02.2021, 11.00 Uhr). Vor allem, dass es gelungen ist, so viele unterschiedliche Menschen aus den unterschiedlichsten Bereichen zu erreichen: Aus Politik und Kultur, aus Sport und der Arbeitswelt … Ein herzliches Dankeschön an Alle, die mitgeholfen haben!"

 

Was erhoffen Sie sich vom kommenden Jahr / den kommenden Jahren für die Aktion?

 

"Als erstes hoffe ich natürlich, dass diese Corona-Zeit endlich zu Ende geht und dass möglichst wenige CottbuserInnen davon dann betroffen waren. Wir haben gezeigt, dass man auch unter den Corona-Restriktionen Aktionen durchführen kann, die keine Leben gefährden. Aber natürlich erhoffen wir uns, im nächsten Jahr alle Menschen wieder gesund und munter am 15. Februar auf der Straße zu treffen."

Du hast noch Fragen? Schreib uns eine E-Mail!

an info@ilovecottbus.com